51. Arbeitssitzung der Böllerschützen des Bezirks Oberfranken in Kulmbach.
Tradition bewahren, Gemeinschaft stärken und die Zukunft des Böllerwesens im Blick behalten!
Am Freitag, den 23. Oktober 2026, fand im Kulmbacher Gründla die mittlerweile 51. Arbeitssitzung der Böllerschützen des Bezirks Oberfranken statt. Zahlreiche Vertreter der Böllerschützen kamen zusammen, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken, aktuelle Themen zu besprechen, verdiente Mitglieder zu ehren und über die Zukunft des traditionsreichen Böllerwesens zu diskutieren.
Auch unser BSSB-Schützengau Oberfranken Süd war vertreten: Unser 2. Gauschützenmeister Rudolf Hanke, Böllerreferent Wolfgang Nickl sowie Thomas Kießling, der für die Berichterstattung vor Ort war, nahmen an der Veranstaltung teil.
💥 Böllerschießen – eine jahrhundertealte Tradition!
Peter Pinzer eröffnete die Arbeitssitzung, begrüßte die Ehrengäste und alle Anwesenden und bedankte sich für das große Interesse. In seinem Rückblick auf das vergangene Jahr ging er besonders auf eine Behauptung ein, die immer wieder zu hören sei: „Böllerschießen hat doch gar keine Tradition!“
Dass dies keineswegs der Wahrheit entspricht, verdeutlichte er anhand historischer Aufzeichnungen. Bereits im 17. Jahrhundert wurde bei Schützenvereinen das Vogelschießen mit Böllerschüssen eröffnet. Auch besonders gute Treffer, die sogenannten „Zehner“, wurden damals schon mit einem kräftigen Böllerschuss verkündet.
Ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie lebendig diese Tradition bis heute ist, war der 75. Landesschützentag in Bamberg. Dort sorgten die Böllerschützen mit ihren Salutschüssen für einen unvergesslichen Auftritt. Selbst Bayerns stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger zeigte sich von dieser Darbietung begeistert.
🎯 Alexander Hummel: „Da wäre ich gerne selbst dabei!“
Auch unser Bezirksschützenmeister Alexander Hummel richtete seine Grußworte an die Versammlung. Er unterstrich die Bedeutung der Böllertradition und erinnerte ebenfalls an den beeindruckenden Auftritt in Bamberg, bei dem wohl so mancher Bamberger ordentlich wachgerüttelt wurde. 😉
Mit einem Augenzwinkern merkte er an, dass er selbst leider meistens auf der Zuschauerseite stehe. Dabei besitze er sogar einen eigenen Böllerschein und würde nur zu gerne einmal mitten in der Gruppe stehen, wenn der Böllerkommandant das Kommando zum Feuern gibt!
🏅 Ehrungen für langjährige Treue und besonderes Engagement
Ein weiterer wichtiger Programmpunkt waren die Ehrungen verdienter Böllerschützen für ihre langjährige Zugehörigkeit und Verbundenheit mit dem Böllerwesen.
Eine besondere Auszeichnung erhielt auch Bezirksschützenmeister Alexander Hummel. Ihm wurde das Böllerschützenehrenzeichen in Silber des Bayerischen Sportschützenbundes verliehen.
Diese Ehrung würdigt weniger seine persönlichen Einsätze mit dem Böller, sondern vielmehr sein weitreichendes Engagement und seine Unterstützung für die Böllerschützen und den Erhalt ihres Brauchtums.
Herzlichen Glückwunsch an alle Geehrten!
Wie steht es um die Zukunft der Böllerschützen?
Nach der Pause entwickelte sich ein offener und durchaus nachdenklicher Meinungsaustausch.
Unser Böllerreferent Wolfgang Nickl sprach dabei ein Thema an, das viele Vereine zunehmend beschäftigt: Wie gewinnen wir neue und vor allem jüngere Mitglieder für das Böllerwesen?
Denn auch die Böllerschützen kämpfen mit einer älter werdenden Mitgliederstruktur und rückläufigen Mitgliederzahlen.
Da das Böllerschießen erst ab einem Alter von 21 Jahren erlaubt ist, stellt sich die berechtigte Frage: Wie können wir Menschen ab 21 Jahren für das Böllerschießen begeistern und sie motivieren, sich aktiv für den Erhalt dieser jahrhundertealten Tradition einzusetzen?
Eine einfache Antwort darauf gab es an diesem Abend nicht. Die Frage blieb offen und dürfte die Böllerschützen auch in den kommenden Jahren weiter beschäftigen.
Ebenso wurde nochmals deutlich gemacht, dass Sicherheit beim Böllerschießen immer oberste Priorität haben muss! Jeder zugelassene Böllerschütze trägt eine hohe Verantwortung und hat die geltenden Sicherheitsvorschriften konsequent einzuhalten. Verstöße können schließlich bis zum Entzug der entsprechenden Erlaubnis führen.
📅 Die nächsten Arbeitssitzungen
52. Arbeitssitzung: Freitag, 19. März 2027, in Hirschaid
53. Arbeitssitzung: Freitag, 22. Oktober 2027, in Kulmbach
Ein informativer Abend mit wichtigen Denkanstößen
Die 51. Arbeitssitzung zeigte einmal mehr, dass das Böllerwesen weit mehr ist als nur ein lauter Knall. Es ist ein Stück gelebte Heimatgeschichte, gelebtes Brauchtum und Ausdruck einer starken Gemeinschaft.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass Tradition allein nicht ausreicht, um die Zukunft zu sichern. Es braucht Menschen, die sich engagieren, Verantwortung übernehmen und die Begeisterung für dieses besondere Brauchtum an die nächste Generation weitergeben.
Ein herzliches Dankeschön gilt Peter Pinzer für die Durchführung der Arbeitssitzung, allen Beteiligten für den offenen Austausch und natürlich dem Team vom Kulmbacher Gründla für die gute Bewirtung.
Unser Fazit: Ein gelungener, informativer Abend, der nicht nur die Vergangenheit würdigte, sondern auch wichtige Fragen für die Zukunft aufwarf.
💥 Denn eines ist sicher: Böllerschießen hat Tradition – und diese Tradition soll auch in Zukunft noch weithin zu hören sein!
gez. Thomas Kießling – BSSB-Schützengau Oberfranken Süd